Kaiser Konstantin (274 - 337)

(Imperartor des römischen Reiches und erster christlicher Kaiser)

(Abb.1) Griechische Ikone

                   306 – 337 Römischer Kaiser

                        306 - 311   Casaer (Unterkaiser) im weströmischen Reich

                        312 - 324   Alleiniger Kaiser des weströmischen Reiches

                        324 - 337   Alleiniger Kaiser im römischer Imperium


(Abb.2) Bronzebüste 4. Jahrhundert
(Abb.3) Fragment einer Kolossalstatur, um 314 - Rom

Konstantin wurde im Jahr 274 als Sohn des weströmischen Kaisers Flavius Valerius Constantius (kurz Constantius I. oder Constantius Chlorus) und dessen Frau, der Triererin Helena im heutigen Serbien geboren. In jener Zeit wurde das römische Reich aufgrund seiner enormen Größe in ein oströmisches und weströmisches Reich unterteilt und von 4 Kaisern regiert.

Constantius I. war, abgesehen von den gallischen Sonderkaisern der erste ständig in Trier residierende römischer Kaiser. Unter ihm stieg Trier zur Kaiserstadt des römischen Reiches empor. Von hier verwaltete er ein Territorium das sich von Nordafrika bis Schottland erstreckte. Als Constantius I. im Jahre 306 unerwartet starb riefen die Truppen seinen damals 20jährigen Sohn zu dessen Nachfolge (Casaer) aus. Konstantin war nun Herrscher über das nordweströmische (Teil-)Reich (umfasst Britannien, Gallien und die iberischen Halbinseln).

(Abb.4) Statue Konstantin

Zur jener Zeit schwebte über den westlichen Provinzen, besonders über das wohlhabende Trier ein Damoklesschwert. Jederzeit konnten Franken und Alemannen von der anderen Rheinseite einen Überfall starten und ins Reich eindringen.

Im Jahr 306 bezog Konstantin erstmals seine Kaiserstadt Augusta Treverorum - Trier.

Von Trier aus regierte er bis ca. 316 ein Weltreich. Unter seiner Herrschaft wurden die alemannischen Verwüstungen die Trier im Jahre 275 heimgesucht haben beseitigt und er formte Trier wieder mit prunkvollen und imperialen Gebäuden zur wohlhabenden und einflussreichen Stadt, die folglich seit 313 zur Hauptstadt des Westreiches aufstieg.

In diesem 4. Jahrhundert erlebte Trier seine höchste Blütezeit. Sie war mit fast 80.000 Einwohnern die größte und wichtigste Stadt nördlich der Alpen. Kaiser Konstantin und sein Sohn Konstantin II residieren in Trier fast 50 Jahre lang. Das machte Trier de facto zur Hauptstadt des Reiches. Rom ist da wo der Kaiser ist.

Dem jungen Christentum stand er bereits in Trier, unter dem Einfluss seiner Mutter, der heiligen Helena, eher wohlgesonnen gegenüber.


(Abb.5) Konstantinstatur in York - England

Im Jahre 312 marschierte Konstantin von Trier gegen seinen Mitkaiser und Rivalen Maxentius auf. Diese legendäre und für Konstantin fast aussichtslose Schlacht an der Tiber (Konstantin traf mit nur 40.000 Legionäre auf 100.000 Gegner) wurde bekannt als „die Schlacht an der Milvischen Brücke“, die Kaiser Konstantin für sich entscheiden konnte. Mit dem Sieg über Maxentius wird Konstantin zum alleinigen Herrscher des weströmischen Reiches.

(Abb.6) Die Vision des Konstantin, 1520 - 1525, Sala di Constantino im Vatikan

Letztlich sollte mit diesem Sieg auch die noch anhaltende Verfolgung des Christentums im römischen Reich enden. Schenkt man der Legende Glauben, so soll Konstantin nachts vor dem Kampf eine Vision gehabt haben, es sei ihm am Himmel ein christliches Kreuz erschienen und er habe die Worte „durch dieses Zeichen wirst Du siegen“ vernommen. Anschließend sei er aufgefordert worden vor der Schlacht das himmlische Zeichen auf die Schilde und Fahnen seiner Soldaten anbringen zu lassen. Und so siegten die zahlenmäßig unterlegenen konstantinischen Truppen in der Schlacht.   (Als historisch sicher gilt, dass Konstantin seinen Sieg auf den Beistand des Christengottes zurückführte).

Im Jahr 313 wurde dann Geschichte geschrieben. Kaiser Konstantin traf sich mit Kaiser Licicius und erließ das Toleranz-Edikt. Darin ordnete er an, dass jeder Bürger selbst entscheiden dürfe welche Religion er ausüben und für sich als die Richtige erachte. Im Interesse des inneren Friedens und der Stabilität des Staates dürfe der Staat keine Religion und keine Verehrung fremder Götter unterdrücken. Mit der sogenannten Konstantinischen Wende begann der Aufstieg des Christentums zur wichtigsten Religion im römischen Reich. Der Kaiser schützte fortan die Christen und gab Ihnen Religionsfreiheit, obwohl er selbst noch lange Zeit den unbesiegbaren Sonnengott Sol Invictus verehrte. Unter seinen Nachfolgern wurde das Christentum zur Staatsreligion. Vor kurzem noch selbst verfolgt, zerstörten nun die Christen alle heidnische Tempel oder wandelten sie in Kirchen um. Ihr Wort bekam immer mehr Gewicht, nach langer Zeit einer brutalen Verfolgung bekamen sie im Staat das sagen. Konstantin handelte aber nicht nur aus religiöser Überzeugung, sondern auch durch politische Klugheit. Er bewirkte eine Wende der gesamten Geschichte.

Mit Konstantins Sieg an der Milvischen Brücke wurde das römische Reich bis 324 nur noch von 2 Kaisers regiert; Konstantin als alleiniger weströmischer Kaiser und Licinius als oströmischer Kaiser. Konstantin strebte jedoch die Alleinherrschaft im gesamten römischen Imperium an und als er im Jahr 324 auch gegen Kaiser Licinius triumphierte, hatte er sein Ziel erreicht.

Mit den Siegen über die Germanen, der errungenen Alleinherrschaft und der gewährten Religionsfreiheit sicherte er dem Volk über viele Jahre ein wohlhabendes und friedliches Leben geschützt von sicheren Grenzen.

(Abb.7) Milvische Brücke, Rom
(Abb.8) Lingelbach, Johannes - Schlacht an der Milvischen-Brücke, 1650

Und auch Konstantin hat die ein oder andere Schattenseite vorzuweisen. So soll er im Jahr 326 seine untreue Frau Fausta sowie seinen intrigen Sohn ermordet haben. (Worauf u.a. einige Mosaik-Fundstücke aus Trier hinweisen).

Etwas später verlegte Konstantin seiner Residenz von Trier nach Byzanz (später Konstantinopel - heute Istanbul).

Im Jahr 337 erkrankte der Kaiser während den Kriegsvorbereitungen gegen die Perser und starb kurz darauf. Erst auf dem Totenbett wurde Konstantin vom „arianischen“ Bischof Eusebios von Nikomedeia getauft.

(Abb.9) Raffael: Konstantins Taufe durch Papst Silvester I., 1517 - 1525, im Sala di Constantino im Vatika
(Abb.10) griechisches Mosaik: Kaiser Konstantin und seine Mutter Helena

Für Trier und das Trierer Land bildete sein Wirken in politischer wie in kultureller Beziehung einen Höhepunkt, der seitdem nicht mehr erreicht wurde.

(Abb.11)

Mit der Trierer Konstantinbasilika stiftete Konstantin den Bruttotyp der romanischen Kirche. Alle folgenden wurden aus dem Vorbild der Trierer Konstantinbasilika erbaut.  Die lebensgroße Statur des Kaisers wurde durch das Kreuz Christi ersetzt und wo einst der Kaiser thronte wurde der Altar aufgestellt. Statt blutige Tieropfer zu vollziehen, gedenken die Christen dem Blutopfer Jesu.

(Abb.12) Grundriss
Viele Einzelheiten seiner Politik vor allem sein Verhältnis zum Christentum sind bis heute umstritten. Manches geht aus Sagen und Legenden hervor und sind historisch nur selten belegt. Daten und Ereignisse können von anderen Quellen abweichen.

Quellenangabe:

Abb.1,3,4,6,9,10: gemeinfreie Bilddatei* – Quelle: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Konstantin_der_Grosse.htm

Abb.2: TRIER, Kaiserresidenz und Bischofssitz, Verlag Philipp von Zabern, Rheinisches Landesmuseum Trier - (Grafisch bearbeiet - Freistellung durchgeführt + kleine grafische Anpassungen)

Abb.5: eigene Fotomontage

Abb.7: eigene Fotomontage

Abb.8: gemeinfreie Bilddatei* - Wikimedia Commons - https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_der_Gro%C3%9Fe#/media/File:Lingelbach,_Johannes_-_Schlacht_an_der_Milvischen_Br%C3%BCcke_-_c._1650.jpg

Abb.11: Eigene Fotoaufnahme

Abb.12: Bearbeitete Grafik - Quelle: Gymnasial-Bibliothek - Das römische Trier. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des römischen Rheinlandes, von Dr. Franz Cramer - Gütersloh, 1911

* Dieses Bild ist gemeinfrei, denn
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