Fischers Matthes - Der Trierer Spaßvogel

(1822 - 1879)
(Abb.1) Fischers Maathes

Matthias Fischer (Maathes) wurde am 10.04.1822 als fünfter Sohn des Buchbinders Johann Fischer und dessen Frau Susanne in einem von Armut und Hungersnöten geplagten Trier geboren. Seine Heimat an der Mosel war seit Preußens Machtübernahme durch seine geographische Randlage politisch wie auch wirtschaftlich in der Bedeutungslosigkeit versunken. Trier zählte zu jener Zeit nur noch rund 9000 Einwohner. Die wenigen Bauern des Mosellandes litten unter großen Hungersnöten und Krankheiten; und sie versanken nebst übriger Bevölkerung zunehmend im sozialen Elend.

Zu jener Zeit begann der große Auswanderungsstrom nach Brasilien und Amerika. Hier hofften die Bürger der Armut zu entkommen und ein besseres Leben zu finden.  

Maathes besuchte bis zur Tertia (4. und 5. Klasse eines Gymnasiums) des Trierer Jesuiten-Gymnasium - heute Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und begann im Anschluss eine Lehre in der Buchbinderei (und Schreibwarengeschäft) seines Vaters in der Brotstrasse 26, nahe der Schule gelegen.

(Abb.2) Geburtshaus in der Brotstrasse
(Abb.3) Geburtsurkunde
(Abb.3.2) Befreundet... Wichshänschen Johann Leidner
(Abb.4) Sterbeurkunde M. Fischer

Da uns Maathes fast ausschließlich als Spaßmacher bekannt ist, verkennt man dass er auch politisch aktiv war. Wie viele andere Trierer Stadtbürger stellte auch er sich aktiv gegen die preußische Ausbeutung auf Seiten der Revolutionäre („Eich maachen alles mit, wenn et nuren gejen de Preißen giet"). So ließ er sich zur Zeit der 1848er Revolution dank seiner aufrechterhaltenen Kontakte zu seinen ehemaligen Mitschülern „ehrenhalber“ in die Primanerkompanie der Bürgerwehr aufnehmen.

Maathes konnte gut mit Schusswaffen umgehen, war selbst ein guter Schütze und galt allgemein als Experte in der Handhabung von Waffen.

(Abb.5)

Stadtbekannt wurde ein Missgeschick, als er sich während einer Übung durch Leichtsinn fasst selbst in die Luft sprengte. Diese Aktion, die bei seinen Kameraden für allerhand Unterhaltung und Gelächter sorgte, ist durch die Erinnerungen eines Zeitgenossen, Ferdinand Meurin, schriftlich überliefert.

Zu jener Zeit arbeitete Maathes als Zigarrenhändler in der Brotstrasse und wurde Mitglied des vorbereitenden Ausschusses des Trierer Demokratischen Vereins. Hier wollte man ihn als stadtbekannten Spaßmacher aber nicht zur Wahl stellen, und ihn auch nur ungern mit wichtigen Angelegenheiten betrauen.

Doch am Ende war es Maathes, der nach dem Scheitern der Revolution zusammen mit Edgar von Westphalen (dem Schwager von Karl Marx) belastende politische Dokumente des Demokratischen Vereins und der Gemeinde des Bundes der Kommunisten im Weißhauswald vergrub und so einige Trierer Revolutionäre vor der Strafverfolgung durch die Preußen rettete.

(Die Beteiligung Fischers an dieser Aktion ist durch einen erhalten gebliebenen Brief vom 8. Juni 1870 bezeugt, in dem Westphalen berichtet, dass er „alle Akten, Manifeste, gut gemeinte Vorschläge etc. der Londoner Junta in ein paare Blechboxen packte, diese in Gegenwart des Zigarrenhändlers Fischer versiegelte und verpetschaftete, als dann nach Weißhäuschen einen Spaziergang machte und sie all dort auf H. von Haw's Territorio mit Fischer zusammen vergrub“)

Nach niedergeschlagener Revolution ging das Leben in Trier weiter. Maathes betrieb noch seinen Zigarrenwarenladen bis 1851 und eröffnete dann im Jahr 1852 in der Simeonstrasse einen Spezereiladen mit überseeischen Gewürzen.

Am 23. April 1852 heiratete er seine Maria Katharina Meckel (*24.11.1818). Nach dem Tod ihres Vaters übernahm Maathes im Jahr 1864 dessen Kolonialwarenladen am Breitenstein (Ecken Hosenstraße / Palaststrasse) und verkaufte überseeische Lebens- und Genussmittel wie Tabak, Schnaps, Reis, Kakao, Kaffee, Gewürze und Tee.

Am 20. Juli 1870, noch keine 20 Jahre nach ihrer Hochzeit starb Katharina im Alter von  nur 51 Jahren. Nach ihrem Tod wandte sich Maathes vermehrt dem Viez zu und lenkte sich häufiger mit einigen guten Poarz in Gastwirtschaften wie der Höll und dem Lokal Löwen in der Simeonstrasse ab.

Maathes war auch langjähriges Mitglied der Trierer Karnevalsgesellschaft Heuschreck. Dort trat er häufig als Witzemacher in Sitzungen auf und gab mit seinen Mundart-Büttenreden einige köstliche Anekdote zum Besten.

(Abb.6) Geschäft in der Hosenstrasse (© Stadtarchiv Trier)
(Abb.7) Maathes Kolonialwarengeschäft / abgerissen - (© Stadtarchiv Trier)

Herrenmode um 1870: Der geblümte Morgenrock mit Hüftkordel

Kam der Maathes einem zu jener Zeit torkelnd entgegen, erkannte man ihn schnell an seinem äußeren Erscheinungsbild. Er war von kräftiger Statur und trug den damals üblich geblümten Morgenrock mit Hüftkordel. Weiter pflegte er ein Käppchen mit Seidenquaste und ein Halstuch zu tragen - dazu an den Füßen Pantoffeln und im Gesicht einen modischen Schnurrbart. Auf der Nase trug er meistens eine goldene Brille, weshalb ihn die Kinder (die er sehr gerne hatte und nie ohne leckere Geschenke aus seinem Lädchen gehen ließ) auch gerne mal Brill-Fischer nannten. Maathes war ein starker Raucher und hatte immer seine Tabakspfeife bei sich - eigentlich sah man ihn so gut wie nie ohne seine geliebte lange Pfeife aus dem Haus gehen. (und auch Schnupftabak gönnte er sich gerne mal). Sein Lieblingslokal war die Höll, die er wegen ihres guten Viezes fast täglich besuchte.

<== (Abb.8) So kannten Zeitgenossen den Fischers Maathes.

(Sandsteinfigur auf dem von Willi Hahn im Jahr 1977 geschaffenen Heuschreckbrunnen in der Nagelstraße, 54290 Trier)


Am Abend des 24. Februar 1879 – seinem Namenstag - kehrte Matthias Fischer aus der Höll zurück zu seinem Geschäft, befestigte an der Ladentür ein Schild mit der Aufschrift „Wegen Sterbefall geschlossen“, zündete im Innenraum zwei Kerzen an und erhängte sich über der Ladentür seines Kolonialwarengeschäfts. Warum er sich das Leben nahm, bleibt uns bis heute ein Rätsel - er hinterließ keinen Abschiedsbrief. Vielleicht wollte er durch seinen Lebensabschluss die letzte Anekdote geben; denn wie man erzählt, habe er sich tags vorher in der Höll geäußert, er wolle den Trierern jetzt das beste Späßchen liefern - über das die ganze Stadt lachen werde…

Seine Beerdigung erfolgte in kleinstem Kreise und ohne kirchlichen Segen (so war es damals bei Selbstmördern üblich) und die genaue Lage des Grabes ist heute nicht mehr bekannt. Matthias Fischers Nachlass wurde nach seinem Tod öffentlich versteigert. Das Haus in der Hosenstrasse - in dem sich sein Geschäft befand - existiert heute nicht mehr.

In den unten gezeigten Abbildungen finden Sie  einen Zeitzeugenbericht aus der Trierischen Chronik - Jahrgang XVII, 1921
(Abb.9) Seite-1
(Abb.10) Seite-2
(Abb.11) Seite-3
(Abb.12) Gedenktafel am Geburtshaus

Maathes war als gerissener Witzbold mit schlagfertigen Sprüchen und kernigem Volkshumor in trierische Mundart über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Er war ein gutmütiger und gemütlicher Typ, der mit seinen lustigen Streichen und harmlosen Schalkheiten - die oftmals aus einigen guten Poarz Viez hervorgingen - seine Stammrunde und alle anderen Trierer aufheiterte und sogar ganze Gesellschaften mit seinen Späßen und Streichen unterhielt. Er ließ sich selbst hänseln, teilte aber auch gerne saugrob aus, so kommentierte er einen Ausflug seines Freundes Pitt Blasius, der zusammen mit seiner Frau nach Landau fuhr mit den Worten: „Pittchen, laoßst Ihr heit Eiren Drachen fliegen?

Vor allem aber half er den Trierern mit seinem Humor und seinen Streichen in einer von Armut, Hungersnöten und Elend gezeichneten Zeit über viele schweren Stunden hinweg.

Auch wenn nur die Hälfte der Witze die man heute dem Matthes zuschreibt tatsächlich von ihm stammen, sollte doch jeder der nach Trier kommt mindestens einen guten Witz oder Streich von Fischers Maathes gehört haben – denn eines steht fest, solange Trier steht, wird auch der Fischer Maathes genannt werden.

Und nun lassen sie sich vom Fischers Maathes Witzen und lustige Anekdoten unterhalten.

Witze aus Maathes' Kindheit


Lehrer:  Maathes, wieviel ist 1x1?  Matthes:  Net viel, Herr Lehrer.

Lehrer: Pass mal gut auf, Maathes. Wenn ich hier auf den Tisch 13 Eier lege, und du legst noch 16 dazu, wieviel Eier hast Du dann?  Maathes: Herr Lehrer, eich kann kaan Aier läjen.

Lehrer: Maathes, heute hast du mal einen guten Aufsatz geschrieben. Dein Vater hat dir wohl dabei geholfen?  Maathes: Naan, hän hat ma net geholf.  Lehrer: Ist das wahr, was du jetzt gesagt hast?  Maathes: Jao, et is wirklich waohr, hän haot’n ganz alaan gemach.

Matthes erhielt von seinen Eltern am Nikolausabend einen schönen Spazierstock mit verziertem silbernem Griff geschenkt. Nachdem er an einem Sonntag vom Spaziergang zurückgekehrt war, legte Maathes den Stock auf den Tisch. Vater: Dunnerkneedel nochemaol, wat haos dau da loah gemach? Dau haos dä schienen silwernen Griff vum Stäcken aofgeschnieden.  Maathes: Jao, Vadder, et haot ma och laad gedaohn, awer dä Stäcken waor ma ze lang, un dao haon eich de Knopp aofgeschnieden. Vater: Konns dau Schaofskopp dann net ä Stick onnen aofschneiden.  Maathes: Dau haos gut schwäätzen, Vadder, dä Stäcken waor ma jao ne onnen, dä waor ma owen ze lang.

Lehrer: Maathes, wieviel von den 9 Rechenaufgaben hast Du denn schon fertig? Maathes: Wenn eich die hei wei fertig haon, un noch drei dabei, dann sein et schun veer.

Lehrer: Maathes, was hast Du denn für einen Flecken im Gesicht, den habe ich ja noch nie gesehen? Maathes: Dat is a Muddermaol.  Lehrer: Wie ist es denn möglich, dass ich es noch nie gesehen habe?  Maathes:  Jao, Herr Lehrer, eich haon et uch erscht seit gestern, wie eich meiner Mamm e Stick Pannekuchen vom Disch gestriezt haon.

Lehrer: Pfui, Maathes, schämst du dich nicht, so in die Schule zu kommen. Sieh doch nur was du für schmutzige Hände hast.  Maathes: O, dat öß noch gaorneist, da müsst da erscht emaol mei Fieß siehn.

Lehrer: Maathes, nenne mir ein kriechendes Tier.  Maathes: Ä Wurm.  Lehrer: Noch eines.  Maathes: Noch ä Wurm.

Lehrer: Maathes, ist es richtig, wenn ich sage:  Der Apfel, den du in deiner Hand hältst ist gestielt?  Maathes: Nä, Herr Lehrer.  Lehrer:  Nun, wie muss es denn heißen?  Maathes: Gestohlen, Herr Lehrer.

Vertretungs-Lehrerin:  Maathes was ist das für eine Form:  Ich bin schön?  Maathes: De Vergangenheit.

In der Schule wird das Thema Hund behandelt. Der Lehrer: Ich mache euch nochmals darauf aufmerksam, dass es sehr gesundheitsschädlich ist, wenn man sich von Hunden belecken lässt. Es gibt sogar Leute, die den Hunde küssen, das kann die schlimmsten Folgen haben.  Maathes: Jao, Här Lehrer, eich haon än Tant, die kösst och emmer hiren Hund.  Lehrer: Das sage ich euch: Wenn jemand seinen Hund küsst, dann kann das sein Tod sein.  Maathes: Jao, Härr Lehrer, dat stimmt. Meiner Tant hihren Hund öß uch ingang.

Maathes, wie groß ist ungefähr ein Rhinozeros?  Maathes: O, fast su gruß wie eich.    Schulrat: Wie kommst du denn zu einer solchen Antwort?  Maathes: Jao, dän Herr Lehrer sät immer zu ma, e grißer Rhinozeros wie eich gäf et off der ganzen Welt net.

Vater: Hör mal Maathes, dat Aamaolaans haot dar doch in da Schul scho dorchgemach? Maathes: Jao, Vadder.  Vater: Da sao ma maol, wievill öß zwei maol zwei?  Maathes: Vadder, ma haon erscht dat aanmaolaans gehaott, dat zweimalzwei noch net.

Maathes zuhause zu seinem Vater: Gell Vadder, wenn ma seich schämt, da krieht ma e ganz rut Gesicht.  Vater: Jao, da krieht ma a ganz rut Gesicht. Maathes: Vadder, warum schämst dau deich dann emmer met da Naos?  Vater: Haal die Maul, domme Jong.


Witze und Anekdoten aus dem Leben von Maathes

De Maathes und de Klaos standen vor dem Fenster der Buchhandlung Lintz in der Brotstrasse, in dem Gemälde bekannter Persönlichkeiten ausgestellt waren.  Klaos: Maathes, wellst Dein Fraa net och amaol maole lassen?  Maathes: Worom da, Klaos? Ma soll dän Deiwel nie aon de Wand maolen.

Als Maathes mal wieder ob des starken Alkoholgenusses sehr anlehnungsbedürftig war, ging er einen Stunde lang, immer an der Wand entlang um den Marktbrunnen herum. Auf einmal seufzte er: Dunnerkneedel nochemaol, die Straoss hei krieht jao gaor kaan End.

Ein fremder Kaufmann unterhielt sich im Wirthaus eine lange Zeit mit Maathes über Geschäft usw. Er sagte schließlich: Hören sie mal Herr Fischer, sie imponieren mir! Sie sind nicht so dumm, sie Sie aussehen. Maathes: Dat öß ma lief, dat se ma dat saon, da siehn se och dän unnerschied zwischen uns Zweien.

Ein Geschäftsreisender, der den Maathes immer in seinem Geschäft besuchte, hatte die Gewohnheit, stets mehr Ware zu schicken, als Maathes bestellt hatte. Eines Tages kam nun ein anderer Reisender für diese Firma und erzählte, dass sein Kollege verhindert sei, da seine Frau Zwillinge bekommen hätte, worüber der nicht gerade sehr erfreut sei. Maathes: Dat schoad demm neist. Dao siet än och emaol wie et is, wenn ma aan Stück bestellt un ma krieht zwei.

Maathes zum Wirt einer kleinen Weinkneipe an der Obermosel: Dir haot meich net richtig verstaahn. Eich wollt e Glas Wein un a Glas Waasser. Wirt: Haot mei Jong et Wasser vergääß?  Maathes: Naan, awer eich wollt dat Glas Waaser extra haon.

Frau: Maathes, allwei sei ma erscht 3 Wochen verheiraot. Un als dau heit mojän hemm kamst, haot den Haohne schun gekräht. Eich hoffen, dat dat net mieh vierkömmt.  Maathes: Bestömmt net mieh, eich driehn dem Haohnen heit schun den Hals eromm.

Die Kathrin, Matthes Frau  hat sich bei einer nächtlichen Auseinandersetzung mit Maathes so aufgeregt, dass sie plötzlich die Sprache verlor. Durch Handzeichen zeigte sie ihm an, dass er sofort den Arzt holen solle. Maathes zum Arzt: Här Doktor, mein Fraa haot off aamoul de Sprach verlor.  Der Arzt: Ich komme sofort.  Maathes: Su sehr pressiert et net, iwermojen öß et och noch frieh genuch.  Dann haon eich emaol zwei Daach maan Ruh.

Im Streit schlug ein Herr dem Maathes die Brille vom Gesicht. Maathes: Dat lao hätt da ma fier zwei Jaohren nit biete können.  Der auf Maathes zuschreitende Herr: Weshalb nicht?  Maathes: Doamaols haon eich noch kaan Bröll getraon.

Maathes beim Abendessen: Dä Goulasch lao öß ganz verpäffert, dä kann eich net ääßen. Kathrin: Daodurch schmeckt hennerher doch de Viez oder et Bier besser, wells dau dann heit net en de Kneip giehn?  Maathes: Dä Goulasch öß heit su gut wie noch nie.

Maathes zur Kathrin, als die klagte, sie sei krank: Dir fehlt neist als Ruh.  Kathrin: Su, dann guck da emaol mein Zong aon. Maathes: Der och.

Klaos: Maathes, dein Schwester öß noch emmer e schien un nett Mädchi. Wie alt maog sei wei sinn? Maathes: Sei maog gär 24 sinn, aber sein duhtse 36.  

Klaos: Eich lesen immer en da Zeitung „Meteorologie“,  sao Matthes wat is dat ajentlich? Matthes: Meteorologie? Dat kann eich da saon. Dat is, wenn ma sät, morjen gefft et schien Weeder, on et gefft dann dicken Räjen.

Kathrin: Maathes is dat wörklich waor, wat in der Geschicht hei stieht, dat de Gänz dat Kapitol in Rom gerett‘ haon dorch ihr Geschnatter? Maathes: Jao, dat is waor. Wenn dau damals in Rom geleeft hätts, dann hätts dau dat ganz aalan fertig gebrung.

Klaos: Maathes, wu haos dau dann dat blau Aaw her? Maathes: Dat öß vom Boxen. Klaos: Seit wann boxt dau dann?  Maathes: Eich net, awer mein Fraa.

Bekannter, der den Matthes nach langer Zeit wieder einmal sieht: Böß de glöcklich, Maathes? Maathes: Naan, verheiraot.

Maathes: Eich muß heit aowend frieh haam giehn, mein Frau haot de Kopp gerösselt, wie eich gestern su spiet haam sein komm. Toni: Nuren de Kopp gerösselt? 

Maathes: Jao, awer mei Kopp.

Ein Bekannter aus Heiligkreuz klagte dem Maathes, dass seine Kuh nicht kalben wolle. Er schlafe schon seit einigen Nächten immer im Stall, um im Notfalle gleich zu Hand zu sein. Da meinet der Maathes: Dat öß kaa Wunner, wenn de Kuh deich loah leien sieht, da maant se immer , sei hätt schon gekalwt.

Maathes geriet mit seiner Frau einmal in einen heftigen Streit. Er rief: Haal die Maul, dau waaßt jao gaorneist. Frau: Eich waaß wat eich waaß.  Maathes: Gaorneist waaßte, un dat waaßte noch von mir.

Klaos: Maathes, warum böß dau dann heit su fruh? Maathes: Mein Kathrin öß gestern 50 Jaohr gewen. Klaos: Dafier?  Maathes: Jaoh, weil eich denken, dat eich jetzt dat schlimmste henna ma haon.

Maathes beim Hutmacher: Eich will dän Hut umtauschen, dän mein Fraa gestern hei kaaf haot. Hutmacher: Den Hut? Das geht nicht. Maathes: Dir könnt ma glawen, eich dieht och liewer mein Fraa omtauschen.

Kathrin, als Maathes wieder mal schwer benebelt nach Hause kam: Sugaor die Tier wössen doch wann se genug getronk haon. Maathes: Wenn eich Waaser trenken, dann waaß eich et och.

Eines Tages kam Maathes mit zwei Torten über die Straße. Da begegnete er seinem Freund Klaos. Klaos: Oho, Maathes. Zwei Torten of aamaol, eich haon deich noch net als Feinschmecker kannt.  Maathes: Eich sein och kaanen, mein Jong. Die zwei Taorten sein net fier meich. Eich muss da dat emaol verzeehlen. Vor a paor Daach sein eich met meiner Schwiegermamm an na Bäckerrei längs komm, un wie sei die schien Taorten im Fenster gesiehn haot, dao sät se: „Eich gäf  die Hälft vu meinem Leewen dromm, fier aanen von dännen Taorten ääßen zu können.  On wei begreifsde och warum eich glach zwei kaaf haon.

Maathes musste in einem kleinen Gasthaus in der Eifel übernachten. Morgens kam er ganz aufgeregt zum Wirt und sagte: De ganz Naocht haon eich off ar duder Wanz geläjen. Wirt: Wat haot Euch dann die Wanz gesteert, wenn so doch dud waor?  Maathes: Jao, die dud Wanz haot meich net gesteert, awer die dausend Anneren, die off de Beerdigung gkumm sinn.

Maathes hat mal wieder Pech mit seinem Gaul. Der war sehr krank, er fraß und trank nicht mehr. Maathes ging tiefbetrübt zu Viehdoktor. Der verschrieb ein starkes Pulver, das Maathes mittels eines Blasrohrs von der Kehrseite aus dem kranken Pferde einblasen sollte. Am Abend wird der Viehdoktor zu dem Pferde und dem Maathes gerufen. Er finden das Pferd noch kränker, den Matthes aber auf einer Bank liegen, das Gesicht und die Augen geschwollen und über und über gerötet. Auf seine mitleidige Frage, was denn passiert wäre, brummt Matthes: Här Doktor, dat Pärd – dat Pärd haot zuerscht geblaos.

Maathes bekam in einer Wirtschaft ein ganz zähes Beefsteak, das er kaum kauen konnte. Maathes: Dunnerknedel nochemaol, Här Weert, dat Steak hei öß ganz bestimmt vonem ganz aalen Ochs., dat kann jao kaa Mensch frääßen. Wirt: Nun dann müssen sie sich beim Ochsen beschweren. Maathes:  Dat haon eich jao alleweil graod gedaohn.

Maathes war in Mertesdorf auf einer Hochzeit eingeladen. Am folgenden Tag begegnete ihm Klaos: Unn Matthes, wie waor et off da Hochzeit? Maathes: Dat will eich da saon. Wenn de Supp su warm gewes wär wie die Wein, un de Wein su aal wie de Gäns, un de Gänz su fett wie de Braut, da wär et ganz schien gewes.

Kathrin: Dir Männer haot et vill besser, eich wönscht ma, eich wär och als Maan ob de Welt kumm. Maathes: Dat wär och fier meich besser gewes.

Kathrin: Maathes, hei stieht en da Zeidong: Oppositionspartei, Wat is dat? Maathes: Dat kann eich da verexplezieren. Dat is im Abgeordnetenhaus graod dat selwig, wat dau hei im Haus bis.

Matthes ging zur Beichte. Als der Geistliche sein Ohr an das Gitter legte, begann Maathes seine Beichte: Dau neistnotzige Kärel, dän dau böß. Dau Spitzbuw, Dau Galgenvurel, Dau Lijemaul, Dau raosigen Deiweil.   Der Geistliche zog erschrocken seinen Kopf von dem Gitter zurück und besieht sich den Maathes in der Meinung, einen Irrsinnigen vor sich zu haben. Maathes aber sprach ruhig weiter: Dau Faudeler, Dau ausgewachsenen Hornochs, Dau Keilkopp, Dau grußen Esel dän dau bis. Eich wollt dau lusigen Biwack diehts an meinem Bierenbaam hänken, dat de et Laad hätts. Endlich machte der Maathes eine kleine Pause, sah sich den erschrockenen Pater an und sagte dann tief atmend: Dat laoh waren su mein gewiehnlich Ausdrück, die eich gebrauchen, wenn eich bies iwer aanen sinn. On die will eich heit beichten.

Als Grundlage der Witze des Fischer Maathes diente das Buch Ebbes fier ze lachen – Gemäß dem Grundsatz: Ein Witz darf nicht zu schwer zu lesen sein, wurde der Trierer Dialekt im umgangssprachlichem Teil etwas vereinfacht dargestellt.

Quellenangabe:

Abb.1:  gemeinfreie Bilddatei - Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maathes.jpg

Abb.2,8,12: eigene Fotoaufnahmen, 2019

Abb.3: eigene Darstellung - Original im Archiv des Standesamt Trier

Abb.3.2  © Stadtarchiv Trier / Stadtbibliothek Trier

Abb.4: eigene Darstellung - Original im Archiv des Standesamt Trier

Abb.5:  eigene Grafik (erstellt aus Gedenktafel am Haus )

Abb.6,7:  © Stadtarchiv Trier

Abb.9,10,11: Trierische Chronik - Jahrgang XVII - Ausgabe Nr. 10 - S. 157–159, 1921 von Prof. Dr. Kentenich und Dr. Lager  /  Verfasser: Karl Schmal "Etwas vom Fischers Maathes"   / Verlag: Jakob Linz Trier, 1921

 

Zeichnung bei Witze und Anekdoten + Text der Witze: Überarbeitete Zeichnung aus dem Taschenbuch "Ebbes fier ze laachen! Witze und Späße vom Fischers Maathes" 1931

Witze und Anekdoten stammen ebenfalls aus dem Buch "Ebbes fier ze laachen! 1931

 

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