Erzbischof Albero von Mentreuil 1080 - 1152

Erzbischof von Trier und Königsmacher

(Abb.1) Erzbischof Albero, 12. Jahrhundert

Der um 1080 im lothringischen Montreol geborene Albero war einer der bedeutendsten Erzbischöfe des Hochmittelalters. Albero wurde im Jahr 1132 auf Empfehlung des Papstes wegen seiner Tüchtigkeit, Klugheit aber auch wegen seiner enormen kriegerischen Fähigkeiten vom Domkapitel (Leitung einer Bischofskirche) zum Erzbischof von Trier gewählt.  Da die Wahl jedoch gegen den Willen des amtierenden deutschen Königs wie auch des Adels ausgefallen war, traf er in Trier auf heftigen Widerstand aus den Reihen der oberen Schicht. 

So wollte der Burggraf Ludwig de Ponte (von der Brücke) weiterhin der Herr in Trier bleiben und verwehrte Albero samt Gefolge den Eintritt zur Stadt. Albero war im Kampf erfahren und wusste sein Recht mit dem Schwert (und einer stattlichen Schar bewaffneter Ritter) einzufordern. Er belagerte die Stadtmauern, baute das römische Palatinum (heute Pfalzel) zu einer Festung um, verlegte seine Residenz dort hin und befahl alle Einkünfte und Erträge künftig dort abzuliefern. Nach einer Zeit wurde der Burggraf mürbe, bat um Verzeihung und unterwarf sich dem neuen Erzbischof von Trier.

(Abb.2) Pfalzel um 1500 - Unter Erzbischof Albero wurde mit der Errichtung einer Burganlage im Westteil begonnen

Als Erzbischof versuchte er mit all seinen päpstlichen und königlichen Beziehungen die Trierer Kirche als ein zweites Rom zu etablieren. Seinem eng verbundenem Freund Bernhard von Clairvaux und den Zisterziensern verhalf er zur Gründung der Abtei Himmerod.

(Abb.3) Bernhard von Clairvaux
(Abb.4) Abtei Himmerod

Zweimal war er auf dem Kaiserhof beim römisch-deutschen Kaiser Lothar eingeladen und begleitete ihn im Jahr 1136 auf seinem Italienfeldzug nach Rom zur Bekämpfung des Gegenpapstes (auf Seiten Papstes Innozenz II).

(Abb.5) Stauferkönig Konrad

1137 wurde Albero vom Papst Innozenz II zum Primas von Gallien und zum päpstlichen Legaten in Deutschland ernannt. Eine Position die ihm als Botschafter des Papstes in dessen Namen handeln ließ.

Im gleichen Jahr starb der salische König Lothar III. Es musste ein neuer König gewählt werden. Noch vor dem offiziellen Wahltermin berief Albero eine kleine aber mächtige Gruppe an wahlberechtigten Fürsten zu einer Versammlung nach Koblenz und brachte sie dazu seinen Freund den Staufer Konrad unter Ausschuss der restlichen Fürsten direkt an Ort und Stelle zum deutschen König zu wählen. Auf diesem Weg erreichte Albero das anstelle des favorisierten Welfen Heinrich des Stolzen erstmals ein Staufer zum römisch-deutschen König ernannt wurde.

Im Jahr 1139 begleitete er den König Konrad II zum Kampf gegen eben diesen Heinrich den Stolzen.

(Abb.5.2 ) Siegel des Erzbischof Albero

Man weiß nicht ob aus Dank oder aus anderen Gründen, aber im gleichen Jahr ließ sich der König und der Papst von Albero überreden die bis dahin freie Reichsabtei St. Maximin wieder unter die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit der Erzbischöfe von Trier zu stellen. Als Erzbischof Albero von der wiedererlangen Gerichtsbarkeit Gebrauch machen wollte, riefen die Mönche ihren Vogt Graf Heinrich von Luxemburg  zum Schutze ihrer Freiheit zu Hilfe. Der Graf rückte mit Heeresmacht heran und zwang den Erzbischof zu den Waffen. Am Ende einer 6 Jahren anhaltenden Fehde konnte Albero den Feind zurücktreiben, verfolgte ihn bis zum Kloster Himmerod, umstellte dort seine Truppen und besiegten ihn. Der geschlagene Graf flüchtete und Sankt Maximin war wieder unter die Kontrolle der Trierer Erzbischöfe gelangt. 

Neben weiteren Fehden um unrechtmäßigen Landbesitzt vollendete er die von Erzbischof Bruno begonnene mittelalterliche Stadtmauer um Trier. An die Porta baute er den heute noch teils erhaltenen östliche Choranbau (Apsis) an.

(Abb.6) Kupferstich der Reichsabtei St. Maximin

Weitere Besitzgüter der Trierer Kirche, die noch während des Investiturstreits reichlich gelitten hatten konnten wieder saniert werden. Bischöfliche Archive wurden geordnet und nach vergessenen und verfremdeten Titeln durchsucht um vorhandene Rechtsansprüche zu erneuern.

(Abb.7) Außenansicht der Apsis - (Porta Nigra)
(Abb.8) Innenansicht der Apsis (Porta Nigra)
(Abb.9) Teile der mittelalterlichen Stadtmauer - Höhe Kaisertherme

Weiter nahm Bischof Albero an Reichsgeschäften teil und war nachweislich auf 11 Reichstagen unter König Konrad III anwesend.

Die Kunde über seine erfolgreichen Schlachten und all seine glanzvollen Taten haben Alberos Ansehen in Deutschland und Italien so gesteigert, dass sich der Papst ein zweites Mal aufmachte um Trier zu besuchen.

Am 1. Dezember 1147 zog der Papst Eugen III auf einem weißen Maultier, von St. Matthias kommend in die Stadt ein. Zu seiner Rechten ritt Erzbischof Albero und zu seiner Linken der Bischof von Köln. So ritt der ganze Tross, begleitet von weiteren 23 Kardinälen (unter ihnen Bernhard von Clairvaux) durch die glänzend geschmückte Stadt zum Dom. Als der Papst Trier nach 3-monatigem Aufenthalt wieder verließ, folgte ihm Albero nach Reims, wo ein großes Konzil aller Bischöfe Deutschlands und Frankreich stattfand.

(Abb.10) Papst Eugen III

Albero liebte die Repräsentation und scheute keinen Aufwand diesen auszuleben. Im Jahr 1149 erschien er mit so viel Gefolge zum Frankfurter Reichstag, dass alleine zu dessen Transport 40 Schiffe benötigt wurden. Ungefähr zu gleichen Zeit begann der heute noch erhaltene Choranbau (Apsis) an der östlichen Seite der Porta Nigra.

Wie man sich denken kann galt Albero auch innerhalb seiner eigenen Diözese als sehr strenger Bischof, der genauestens auf das kirchliche Leben achtete. Wo Unordnung herrschte, griff er mit strenger Hand durch.  Albero genoss ein sehr großes Ansehen im Reich und vor allem in seinem Bistum. Er war mit Nobert von Xanten befreundet und pflegte Persönliche und Familiäre Beziehungen in ganz Europa.

Im Jahr 1152 ist Erzbischof Albero in Koblenz gestorben.


Was Albero war, beschreibt seine Grabinschrift:

    Er war der Schrecken der Frevler - der Hort der Guten

Er war eine Säule der Kirche – ein Schmuck des Vaterlandes

                Er war Triers unvergänglicher Ruhm

(Abb.11) Der Ring des Erzbischof Albero

Quellenangabe:

Abb.1: gemeinfreie Bilddatei* - Stadtbibliothek Trier

Abb.2: gemeinfreie Bilddatei* - Kupferstich von Franz Hogenberg, um 1598. (Grafische Änderungen vorgenommen - Freistellung u.a.)

Abb.3: gemeinfreie Bilddatei* - Ökumenisches Heiligenlexikon - https://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Bernhard_von_Clairvaux.htm

Abb.4: Adobe-Stock Foto - ©Herbert Esser - stock.adobe.com - Stock-Infos über Metadescription

Abb.5: gemeinfreie Bilddatei* - Wikimedia Commons - https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_III._(HRR)#/media/File:Konrad_III_Miniatur_13_Jahrhundert.jpg

Abb.5.2: eigene Fotoaufnahme, 19.05.2019 - © Bischöfliches Museum am Dom, Trier

Abb.6: gemeinfreie Bilddatei* - Wikimedia Commons - https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsabtei_St._Maximin#/media/File:St._Maximin_(Stich).gif

Abb.7: eigenes Foto

Abb.8: Adobe-Stock Foto - ©alexey_fedoren - stock.adobe.com - Stock-Infos über Metadescription

Abb.9: eigenes Foto

Abb.10: gemeinfreie Bilddatei* - Ökumenisches Heiligenlexikon - https://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Eugen_III.html

Abb.11: eigene Fotoaufnahme ©Schatzkammer im Trierer Dom   (Alternative Bilddatei: Wikimedia Commons - © Chris 73https://de.wikipedia.org/wiki/Albero_von_Montreuil#/media/File:Ring_of_the_Archbishop_Albero_von_Montreuil.jpg)

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