Karl von Trier (auch als Karl von Ören bekannt) 1265 - 1324

(Ritter und Hochmeister des Deutschen Ordens)

Das 13. Jahrhundert war noch geprägt vom Ritterdasein. Bis 1254 herrschten eine lange Zeit die Staufferkönige über Deutschland. Es folgte ein Interregnum, fast 20 Jahre lang war das Deutsche Reich de facto ohne wirksame Königsmacht. Erst im Jahr 1273 wurde nach langem Gezerre der Königsstuhl von dem Habsburger Rudolf wieder bestiegen.

Noch während der königlosen Zeit wurde Karl im Jahr 1265 in Trier geboren. Wie Karl sind auch viele seiner Verwandten früh dem Deutschen Ritter Orden beigetreten. Auch von Ihnen besetzten einige hohe Ämter.

Karl war 1290 als Komtur der Grafschaft Champagne in Beauvoir tätig und wurde wenig später mit der Leitung der Ordensprovinzen Lothringen und Frankreich betraut. Bereits im Jahr 1304 stieg er zum Großkomtur, dem zweithöchsten Rang innerhalb eines Ritterordens auf. 1311 starb der Hochmeisters des Deutschen Ordens Siegfried von Feuchtwangen. Karl von Trier wurde von den Ordensbrüdern zu dessen Nachfolger gewählt und residierte fortan am neuen Hauptsitz des Ordens auf der Ordensburg Marienburg bei Danzig. Als Karl 1311 sein Hochmeisteramt antrat, hatten die preußischen Ordensbrüder bereits Ostpommerns mit der Weichselmündung sowie Danzig gewaltsam militärisch besetzt, durch Kampf mit den Polen in Besitz genommen und dem Ordensstaat einverleibt. 

(Abb.1) Hochmeister Karl von Trier als Deutschordens-Rritter

Zu den größten Herausforderungen seiner Amtszeit zählte insbesondere dem Orden diese und weitere Gebiete zu sichern. Er gründete in Danzig eine Ordenskommende, erwarb Neuerburg an der Weichsel und gründete die Stadt Kreuzburg. Er baute die Festung Christmemel gegen die Litauer und musste die Hafenstadt Dünamünde gegen den Erzbischhof von Riga verteidigen.

 

(Abb.2) Karl von Trier - Bildarchiv Österreich

Im Jahr 1312 forderte der Papst von Karl endgültig die Rückgabe Dünamündes an den Erzbischof von Riga. Als Karl aber die Herausgabe der erst 1305 erworbenen Hafenstadt verweigerte, beorderte ihn der Papst zur Anhörung nach Avignon.

Nebst der Riga-Klage lag dem Papst eine weitere Klage zu Herausgabe Pommerns an die Polen vor. Dies sollte nun ein für alle Mal geklärt werden. Die Lage sah für Karl nicht sonderlich gut aus. Die Gefahr, dass der Orden die Gebiete wieder verliert war höher denn je. Doch in Avignon angekommen gelang dem geschickten Karl durch taktisches Verhandeln, hinreißende Reden und umfangreiche Schilderungen ein glänzender diplomatischer Erfolg. Er schaffte es, dass die Anschuldigungen der Kläger als Unhaltbar erwiesen und die Rechte des Ordens sowohl Riga als auch den Polen gegenüber als rechtmäßig anerkannt wurden.

(Abb.3) Wappenschild des Deutschen Ordens
(Abb.4) Ritterbrust-Kreuz des Deutschen Ordens

Karl kam als Trierer aus einer Landschaft, die von einer alten Kultur geprägt war und schien selbst charakterlich durchaus gefestigt gewesen zu sein.  Anders war es bei seinen preußischen Ordensbrüdern. Hier musste Karl mit harter Hand gegen den damals schon begonnen sittlichen und moralischeren Verfall des Ordens kämpfen. Er lehnte es ausdrücklich ab, dass der Orden mit kolonisatorischen Methoden wie Unterdrückung und Ausbeutung zum Gebietsgewinn vorgehe.

(Abb.5) Vom Kreuzzug zurückkehrender Deutschordensritter - Lessing, Karl Friedrich, 1835

Im preußischen Ordensverband wuchs der Widerstand gegen ihn und es bildeten sich Fraktionen innerhalb der Ordensführung. 1317 spitzte sich die Lage zu und es kam zur Revolte die mit Karls Absetzung endete. Karl fügte sich und begab sich auf die Rückreise nach Trier. Karls Gegner schienen am Ziel. Doch zu viele ritterliche Ordensbrüder standen noch hinter ihm, empörten sich und noch während seiner Heimreise wurde er wieder als Hochmeister des Ordens anerkannt. Karl übernahm von Trier aus erneut das Amt des Hochmeisters, kehrte aber nicht mehr in den Osten zurück.  Er blieb nun die meiste Zeit in Trier, wo er auch nach seinem Tode 1324 in der Kapelle des Deutschherrenhauses begraben wurde.

(Abb.6) Münze des Deuschen Ordens

Bereits Karls Vater und auch sein Großvater gehörten zu den Trierer Schöffenfamilien, er war ein waschechter Trierer, was ihm zurecht den Beinamen „von Trier“ zukommen lässt. Karl war der 16. Hochmeister des deutschen Ritterordens, und war der bedeutendste von den 4 Hochmeistern die das Trierer Land dem Deutschritter-Orden gestellt hat.


Quellenangabe:

Abb.1: eigene Fotomontage

Abb.2: gemeinfreie Bilddatei* - Wikimedia Commons - Bildarchiv Austria - https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Trier#/media/File:KarlvonTrier.jpg

Abb.3: gemeinfreie Bilddatei* - Wikimedia Commons - Madboy74 - https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Orden#/media/File:Insignia_Germany_Order_Teutonic.svg

Abb.4: eigenes Werk

Abb.5: gemeinfreie Bilddatei* - Carl Lessing, 1835 - Wikipedia -https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Last_Crusader.jpg

Abb.6: eigenes Werk

* Dieses Bild ist gemeinfrei, denn
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